Matthias Haun

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Ausgabestelle für Nudelsuppen heißt es auf dem Schild über der Durchreiche. Vor der Durchreiche stehen ein paar Suppenschalen, Löffel und ein Wasserkessel auf einem Holzregal, dessen Öffnung mit einem Tuch abgespannt ist. Durch die halbrunde Öffnung der grünlichen Glaswand ist der Koch zu sehen, mit Haarnetz und in weißem Kittel. Hinter ihm Regale mit Zutaten und Gerätschaften. In der Glaswand reflektiert das Tageslicht. Beijing, im Frühjahr 2015.

 

 

In meiner Erinnerung hieß die chinesische Hauptstadt immer Peking. Diese Schreibweise leitet sich aber - so lerne ich jetzt - aus einer veralteten Umschrift des Hochchinesischen ins lateinische Alphabet ab. Heute heißt es viel genauer: Beijing, mit Betonung der zweiten Silbe.

BUCH

 

VITA

Matthias Haun

 

1959 in Bremen geboren

1981-85 Studium Malerei und Kunstpädagogik an der Fachhochschule Ottersberg

 

1987, 1989 und 1991 Kurator der Ausstellungen Gezeiten I, II und III, Schwanewede

1993 Kurator der Ausstellung Eingriffe und Kommentare, Bremen

2008 1. Preisträger Kunstpreis Eisenturm, Mainz

Ausstellungen

1986 Bilder und graphische Arbeiten, Villa Ichon, Bremen

1987 Junge Kunst, Kulturamt Unna

1988 und 2005 Kunstfrühling, BBK, Bremen

1989 Illustrationen der Insel Bücherei, Klingspor Museum, Offenbach

1990 und 1993 Bernhard-Kaufmann-Preis, Bremen, Emden, Oldenburg

1990 3+4+6, Muzeum Techniki, Warschau

1990 Zeichen setzen, Galerie Lucas, Grasberg

1991 Spur Nord, Städtische Galerie, Überlingen

1992 Neue Arbeiten auf Papier, Kito-Art, Bremen

2002 fair-teilen, Luxsiebenzwo, Werkstatt für Kommunikation und Gestaltung, Köln

2005 goethe@bremen.de, Wallsaal der Zentralbibliothek, Bremen

2007 [me:r], Aplanat Galerie für Fotografie, Hamburg

2009 Contemporary Fine Daydreams, Found Galerie, Hamburg

 

Bücher / Booklets (Dummys)

2006 Underground

2006 Popo im Wasserwerk

2007 Maschsee

2007 Grocery

2007 Seeing the Empire State Building

2007 Betrachtungen im Aussenraum

2009 300 ha

2010 Similarity Matrix

2010 Heimat Austria

2011 Japan Polaroids

2011 O`zbekiston

2012 Helsinki

2013 Amerika (Entwurf)

2013 Felder - New York City

2014 Namhan

2016 Beijing

Die Farben, das Licht, die Komposition - alles wirkt wie eine wohl durchdachte Inszenierung. Doch Haun arrangiert nicht. Er beobachtet, lichtet ab: Es ist die poetische Ordnung einer tiefwurzelnden Tradition, die er in kleinen Augenblicken erfasst.

taz, 5.12.02

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